Für dich gelesen
- Manuela Nigsch

- 1. Sept. 2025
- 4 Min. Lesezeit

Lesen ist - neben Sport - eines meiner liebsten Hobbies. Ich liebe es, von Büchern umgeben zu sein und freue mich, wenn jemand eines meiner Bücher ausleihen möchte - sofern es dann auch wieder den Weg zurück in mein Regal findet ;-)
Diese Bücher haben mich in den letzten Monaten begleitet. Neben Fachbüchern waren es Romane, die sich mit gesellschaftlichen Fragen und geschichtlichen Themen beschäftigen - und immer wieder ging es dabei um die Stellung und die Rechte der Frauen...
Carsten C. Schermuly: Die Psychologie der Macht
Gut geschriebenes und auch unterhaltsames Fachbuch, das meiner Meinung nach jede Führungskraft lesen sollte. Es wird eindrücklich beschrieben, dass Macht eine Charakterprobe ist, weil sie dazu führen kann, dass Menschen impulsiver, weniger empathisch und korrupter werden. Darum braucht es einen guten und reflektierten Umgang damit - auf individueller und organisationaler Ebene. Statt purer Machtausübung geht es darum, empowermentorientiert zu führen.
Lena Mardon & Anna Volquardsen: Company Culture Design
Ein sehr praxisnahes und inspirierendes Buch mit 99 Fragen, die dabei Teams und Unternehmen dabei helfen sollen, ihre Kultur bewusst zu gestalten. Die Fragen regen zum Nachdenken an, öffnen neue Perspektiven und regen zum Gespräch an. Für mich ein praktisches und inspirierendes Nachschlagwerk mit einer Füllen von Fragen, die sich in Workshops oder Teamgespräche einbauen lassen. Wer theoretische Hintergründe, konkrete Fallbeispiele oder vertiefte Hinweise zur methodischen Durchführung sucht, wird hier jedoch eher enttäuscht sein.
Arno Geiger: Unter der Drachenwand
Ein sehr authentisches und fesselndes Buch über drei junge Menschen, die im Jahr 1944 in Mondsee aufeinandertreffen: Ein verwundeter Soldat, eine Mutter mit ihrem Baby und eine Lehrerin, die aus Wien verschickte Mädchen begleitet. Alle haben sie schon fünf Jahre Krieg hinter sich und versuchen in dieser grausamen Zeit ihren Weg zu gehen und zu (über-)leben. Der Zufall wollte es, dass ich das Buch genau 80 Jahre nach Kriegsende gelesen habe - die Geschichte hat mich berührt, der Schreibstil begeistert.
Philipp Oehmke: Schönwald
Ein sensationeller Familienroman, der aktuelle Themen wie die AfD oder Trump aufgreift, Geschehnisse aus mehreren Perspektiven beleuchtet und diese gekonnt zu einem spannenden Roman verwebt. Immer wieder überraschend, wie unterschiedlich das Erleben der einzelnen Familienmitglieder ist und was sie bewegt. Wunderbar geschrieben mit Formulierungen wie „sie trugen schlecht gealterte Tatoos“. Von diesem Autor möchte ich noch mehr lesen!
Jarka Kubsova: Marschlande
Die Autorin verknüpft gekonnt zwei Zeitebenen: Britta zieht mit ihrer Familie in die Marschlande und stößt auf die Spuren der alleinstehenden Bäuerin Abelke Bleken, der im 16. Jhd. großes Unrecht angetan wurde. Beide verbindet der Wunsch nach Selbstbestimmung. Interessant waren für mich vor allem die geschichtlichen Zusammenhänge zwischen Hexenverfolgung und der Enteignung von Bauern, und den Auswirkungen, die dies auf die Gesellschaft - und die Stellung der Frauen - hatte und bis heute hat.
Dirk Stermann: Mir geht‘s gut, wenn nicht heute, dann morgen.
Ein wunderbar humorvolles und gleichzeitig weises Buch. Der Kabarettist Dirk Stermann und die über 90jährige Erika Freeman treffen sich wöchentlich bei Kipferl und Melange, um sich über Gott und die Welt und das bewegte 20. Jhd zu unterhalten: Sie ist als 12jährige allein vor den Nazis aus Wien in die USA geflüchtet, hat Politik studiert, die Geburt des Staates Israel erlebt, wurde schließlich eine berühmte Psychoanalytikerin in New York und kehrte im hohen Alter nach Wien zurück. Der Dialog liest sich leicht und beschwingt wie Champagnerperlen, und hat doch Tiefgang und hallt nach.
Miriam Georg: Im Nordwind / Im Nordsturm
Ein Zweiteiler über starke Frauen im späten 19. Jahrhundert, die um Selbstbestimmung und Rechte kämpfen. Die Autorin verknüpft gekonnt persönliche Schicksale mit großen gesellschaftlichen Fragen wie Bildung, Ehe und sozialer Stellung der Frau. Zugegebenermaßen ist die Geschichte sehr dramatisch, manchmal vielleicht pathetisch - aber genau deshalb fesselnd, berührend und unterhaltsam. Wie froh bin ich, als Frau in der Gegenwart zu leben!
Robert Seethaler: Das Café ohne Namen
Obwohl dieses Buch von vielen Seiten sehr gelobt wird, konnte ich nicht viel damit anfangen. Es mag die Geschichte der einfachen Leute in den 60er/70er-Jahren erzählen, die in einem kleinen Café ein- und ausgehen, doch für mich bleiben die Schilderungen zu sehr an der Oberfläche. Das Buch erinnert mich an eine Sammlung leicht zu lesender, etwas melancholischer Kurzgeschichten - und ich muss zugeben, dass ich Kurzgeschichten nicht mag. Bei mir bleibt leider weder ein bleibender Eindruck noch irgendeine Erkenntnis zurück.
Jojo Moyes: Mein Leben in deinem
Wieder mal ein wunderbarer Roman, wie man es von dieser Autorin gewohnt ist. Eine Geschichte über zwei ungleiche Frauen, die ein Zufall zusammenführt und die sich durch die Kraft der Freundschaft weiterentwickeln. Leicht zu lesen, unterhaltsam und spannend - einmal angefangen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Perfekt für den Urlaub oder ein verregnetes Wochenende.

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