Führung beginnt mit Selbstführung – Reflexionsfragen zum Jahreswechsel
- Manuela Nigsch

- 30. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Die letzten Dezembertage haben eine eigene Qualität: Das Jahr liegt fast hinter uns, das Tempo wird langsamer – zumindest für viele Menschen – und zwischen dem, was war, und dem, was kommt, entsteht Raum.
Ein idealer Zeitpunkt, um innezuhalten und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Denn wirksame Führung beginnt bei sich selbst.

Führung ist nicht Management
Management und Führung werden häufig synonym verwendet, bedeuten aber nicht dasselbe. Management plant, organisiert und kontrolliert Abläufe, um Ziele effizient zu erreichen. Führung hingegen bedeutet, Menschen mitzunehmen, Orientierung zu geben und Veränderungen zu ermöglichen – im Hinblick auf gemeinsame Visionen und Entwicklung.
Beides ist notwendig und wichtig. Führung ohne Management kann im Chaos enden, Management ohne Führung innerlich leer wirken.
Und genau das gilt auch für den Umgang mit sich selbst.
Selbstmanagement: perfekt organisiert, innerlich leer?
Viele Menschen managen sich selbst hervorragend. Sie planen ihre Zeit effizient, setzen Prioritäten und arbeiten strukturiert. Gerade in verantwortungsvollen Positionen und in der „Rush Hour des Lebens“ ist das oft notwendig, um den unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Lebensbereiche gerecht zu werden.
Und dennoch berichten viele von Erschöpfung, innerer Unruhe oder dem Gefühl, nur noch zu funktionieren. Das kann daran liegen, dass der Fokus einseitig auf Selbstmanagement liegt. Wer sich selbst lediglich organisiert, aber nicht führt, verliert langfristig den Kontakt zu dem, was wirklich trägt.
Selbstführung bedeutet, mit sich selbst in Beziehung zu sein:
zu spüren, was einem guttut – und was nicht,
zu wissen, was man wirklich möchte und braucht,
zu erkennen, was man selbst tun kann und wie man es angehen will,
um die eigene Zukunft aktiv zu gestalten, um zu WERDEn, wie man sein kann.
Ein Mitarbeitergespräch mit sich selbst
Mitarbeitergespräche sind ein wesentlicher Baustein wirksamer Führung. Sie sind Begegnungsräume, in denen Führung spürbar wird, und sie bieten die Möglichkeit, innezuhalten:
Leistungen zu würdigen und Entwicklungen sichtbar zu machen,
Erwartungen zu klären und einander besser kennenzulernen,
Perspektiven zu eröffnen und sich neu auszurichten.
Auch in der Selbstführung ist es wesentlich, sich regelmäßig Zeit für Reflexion zu nehmen. Der Jahreswechsel ist dafür ein besonders geeigneter Moment.
Sechs Fragen für die Selbstführung
Wie wäre es, sich zum Jahreswechsel selbst zu einem ehrlichen, wohlwollenden Gespräch einzuladen?
Sich mit einem Kaffee, Tee oder einem Glas Wein zurückzuziehen und die folgenden Fragen in aller Ruhe zu beantworten:

Was waren im vergangenen Jahr meine Tiefpunkte?
Welche Situationen haben mich herausgefordert oder an meine Grenzen gebracht?
Was waren meine Highlights?
Welche Momente haben mir Energie, Freude oder Sinn gegeben?
Was habe ich im letzten Jahr über mich selbst gelernt?
Welche Muster, Stärken oder Bedürfnisse habe ich erkannt?
Was behalte ich bei, weil es gut war?
Welche Haltungen, Entscheidungen oder Gewohnheiten haben sich bewährt?
Was höre ich auf oder mache ich zukünftig weniger?
Was lasse ich los? Wovon darf ich mich verabschieden, um Platz für Neues zu schaffen?
Was fange ich an oder mache ich mehr?
Was kommt neu dazu? Was möchte ich stärken oder bewusst beginnen?
Führung braucht Resonanzräume – eine Einladung
Manchmal kommt man alleine nicht weiter. Oder es gelingt im hektischen Alltag nicht, sich die nötige Zeit für Reflexion zu nehmen. Vielleicht braucht es einen geschützten Raum, in dem sich Denken, Fühlen und Handeln miteinander verbinden und Neues entstehen darf.
Coaching und Supervision bieten genau diesen Raum. Sie ermöglichen es, sich selbst und die eigenen Rollen zu reflektieren, Spannungsfelder zu klären und neue Perspektiven zu entwickeln – jenseits von schnellen Lösungen.
Mein Name ist Manuela Nigsch.
Mit meinem Unternehmen WERDE.punkt – Coaching für Mensch und Organisation begleite ich Menschen und Unternehmen dabei, innezuhalten, Klarheit zu gewinnen und den eigenen Weg bewusst zu gestalten - damit sie WERDEn, wie sie sein können.





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